es promeniert

Ein Streifzug durch den KSA-Park


Das Kantonsspital Aarau hat eine Kunstsammlung, die über 2800 Werke umfasst. Ein Grossteil davon ist auf dem grossen Parkareal und in den Spitalgebäuden zu entdecken. Ein kleinerer Teil lagert im spitaleigenen Kunst-Depot. Skulpturen, Kunst-und-Bau-Werke, gross- und kleinformatige Malerei, Fotografie und Druckgrafik sind ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Kantonsspitals. Auf den Bettenstationen, in den Patienten- und Untersuchungszimmern, in Besprechungszimmern, Büros und Gängen hängen Originalwerke und Originaldruckgrafiken von teilweise namhaften Künstlerinnen und Künstlern. Jedes Jahr wechseln Hunderte von Bildern ihren Standort, werden im Kunst-Depot zwischengelagert und warten darauf, von Einzelpersonen oder Arbeitsteams ausgesucht zu werden.

Sadhyo Niederberger, die Kunstbeauftragte des Spital organisiert immer wieder auch eine grosse Bandbreite von performative Ereignissen (Lesungen, Konzerte, Performances und mehr), die Begegnungen zwischen Passant*innen, Besucher*innen und Spitalpatient*innen ermöglichen und die Grenzen der räumlichen Nutzung des Ortes Spital momentan erfahren und gar aufweichen lassen.

Ich wurde im 2012 von der Kunstbeauftragten des Kantonsspital Aarau, Sadhyo Niederberger, eingeladen im Rahmen der Ausstellung «Schmerzgrenzen» eine Installation mit bedruckten Fahnen im Park («Alles wird gut — Schmerzgrenzen») und eine Performance («Alles wird gut — Parkbewegungen») zu realisieren. Die Performance 2012 fand damals im strömendem Regen statt. Mit einem Grüppchen von verwegenen Zuschauer*innen, die mit mir dem Regen trotzen wollten, begab ich mich auf einen Parcours an den Rändern des Spitalgeländes. Ich war ebenfalls mit verdeckten Augen unterwegs, die Zuschauer*innen mussten mich navigieren, ohne mich zu berühren. 

Diese Performance legte die Grundlage für das Skript der Performance «es promeniert» im Juli 2017. 2016 brachte mich Sadhyo Niederberger mit Anne-Marie Lerjen und Marco Käppeli zusammmen. Wir hatten bisher noch nie zusammengearbeitet. Ziemlich schnell war klar, dass wir einen Rundgang gestalten wollten, in dem alle, wir die Akteur*innen zusammen mit den Zuschauer*innen, einen gemächlicheren Gang einlegen würden, um die Sinne zu öffnen und zu schärfen, Ruhe und Klänge zu erfahren und so den schönen Park auch an seinen Rändern erleben zu können.

Am Schluss gab's einen Apéro und die Möglichkeit mit den Zuschauer*innen ins Gespräch zu kommen: dies schien für einige ein Bedürfnis zu sein, sei es, dass sie irritiert waren, oder ihre Erfahrungen mitteilen wollten.

Einladungskarte «es promeniert — Ein Streifzug durch den KSA-Park»

Aargauer Zeitung AZ 26. Juni 2017