IF THERE IS

Performance 1


Ausgangslage / Bedingungen

. Eine Kamera ist für die Übertragung fix in der Mitte platziert und auf eine Wand hin gerichtet, auf die die Übertragung aus Bangalore projiziert wird. Ich muss mich also zwischen Wand und Kamera zu dieser hin ausrichten, wenn ich das Publikum in Bangalore direkt ansehen und ansprechen will, ich habe sie dann in meinem Rücken.
. Die Übertragungsverzögerung beträgt 20— 30 Sekunden.
. Eine leicht erhöhte Bühnenplattform, die satt an die Wand anschliesst, wo die Projektion aus Bangalore zu sehen ist, ist für den Aktionsradius der Performancekünstler_innen vorgesehen.
. Vor diese stelle ich einen Tisch und einen Werkzeugkasten.

Choreografie

. Ich bitte die anwesenden Zuschauer_innen in Basel sich auf die Plattform zu den Zuschauer_innen in Bangalore zu begeben. Sie sitzen nun vor den auf die Wand projizierten Zuschauer_innen in Bangalore.
. Ich begrüsse die Menschen in Bangalore, erwähne, dass es bis zu 30 Sekunden Verzögerung gibt und dass diese Verzögerung in dieser Performance zur Mitspielerin wird. Ich zähle jeweils die Zeit ab ONE, TWO, THREE, FOUR, FIVE ... und sehe so, wann meine Nachricht bei den Zuschauer_innen in Bangalore angekommen ist. Weiterhin berücksichtige ich diese Verzögerung und warte jeweils bis die 'Nachricht' in Bangalore angekommen ist.
Einige Anwesende in Bangalore erkenne ich, nenne sie beim Namen und berühre sie auf der Projektion.
. Subtext, Gesichtsbemalung und Beschriftung des Tisches werden wie folgt koordiniert:
Ich male mit Tusche zuerst eine Mittellinie auf mein Gesicht und dann eine auf den Tisch. Nachher male ich jeweils einen Querstrich auf mein Gesicht und schreibe  ein bis zwei Wörter des Satzes auf den Tisch. Alsdann steht über der Mittellinie des Tisches «IF THERE IS A HEAVEN» und unter der Mittelinie «IT IS HERE ON EARTH».
. Ich erwähne auch, woher der Satz stammt: von einem Sufi-Poeten aus Kashmir, namens Amir Khusro oder Khusrau oder Khusrow. Ich frage Parvez wie der Name genau ausgesprochen wird. Auch einige Angaben zu Kashmir.
. Ich frage in die Runde, wer bereit wäre, sich an den Tisch zu begeben und diesen festzuhalten. Mehrere Personen stabilisieren den Tisch. Mit einer elektrischen Säge schneide ich den Tisch der Mittellinie entlang, die ich zuvor gezeichnet habe, in zwei Teile. Was mit dem Tisch nachher geschieht, ergibt sich aus der Situation: die beiden Tischteile werden von den Zuschauer_innen zusammengefügt vor der Kamera in die Höhe zu halten, so dass die Zuschauer_innen in Bangalore sehen können, was darauf geschrieben steht.
. Mit den beiden Tischteilen tanzen wir alle zu «Pas la Peine» von KT GORIQUE einer Schweizer Rapperin. Die Zuschauer_innen in Basel entscheiden, was mit den beiden beiden Tischteile während dem Tanz geschieht: sie werden in die Höhe und zur Kamera hingehalten, sie werden herumgereicht, Stühle werden in die Höhe gehalten und damit getanzt, mit Verzögerung beginnen die Zuschauer_innen in Bangalore auch zu tanzen.

Skript IF THERE IS ... Performance 1