L'animoteur 12 — bender

kinetische Bildarbeit


Ausgangslage für L'animoteur 12

«L’animoteur 12» geht aus der Serie «L'animoteur 1 bis 11» hervor, mit Bildarbeiten, Performances und Interventionen in Ausstellungsräumen und (halb-)öffentlichen Räumen. Eine Bildszene, die ich in der ATTACAMA Wüste, der trockensten Wüste auf der Erde, realisiert hatte, zeigt einen toten Tierkörper (Esel) in Seitenlage und einen menschlichen Körper in Bauchlage, den Kopf dem Tier zugewendet. In dieser Serie und ihren Fortsetzungen wird die Linie/Grenze zwischen Mensch und Tier zur Disposition gestellt werden. Die Bildarbeiten sind kinetische Bildobjekte.

Die kinetische Bildarbeit ist eine weitere Recherche, wie das Bild und der Blickpunkt des Betrachters instabil werden könnten. Andererseits stelle ich mir die Frage, welche Identität haben diese beiden Körper, wo zerlaufen/verlaufen ihre Grenzen, die Grenzen zwischen Mensch und Tier. Zwischen dem Kopf des Tierkörpers und dem Menschenkopf könnte eine Scheitellinie, die durch das Bild hindurchgeht, gesehen werden. Der Klang des Getriebe-Motors und die zufälligen Unterbrüche, die das Bild zum Stillstand bringen, es hängt dann in Schieflage an der Wand, sind ebenso Inhalt, wie was das Bild abbildet. Das drehende Bild ist auch ein Speicher, man sieht flirrende Speichen. Nach dem Abebben der Drehbewegung kommen die beiden Körper in einem neuen Winkel zum Stehen und zeigen sich so immer wieder in einer anderen Konstellation im Raum.

Die Titel dieser Serie beziehen sich auf Jacques Derrida’s 10-stündiger Rede über das autobiografische Tier von 1997, die nachträglich transkribiert wurde: «L’animal que donc je suis» oder auf Deutsch «Das Tier, das ich also bin».
L’âne ist das französische Wort für Esel. In diesen Performances und installativen Bildarbeiten öffne ich ein (somatisches) Erfahrungsfeld zur Esel-Mensch-Natur. L’animateur ist das französische Wort für einen Animator oder eine Animatorin, die die Leute unterhält und anregt. Im Titel «L’animoteur ...» klingt auch das französische Wort ’moteur’ (Deutsch Motor). Die Linie zwischen «vie humaine et vie animale» sollte nicht ausserhalb von uns und das Tier nicht menschenähnlich gedacht werden; die Linie geht mitten durch uns hindurch und darüber hinaus in den Raum, in dem wir uns zusammen befinden und den wir teilen.

Herzlichen Dank für die Unterstützung an: Martin Fischer, für die Entwicklung des Getriebemotors und Thomas Zirlewagen für das Anbringen der Aufhängeplatte.